Die Kirschessigfliege – ein neuer Schädling im deutschen Weinbau
Als ich diese Woche auf den Weinbautagen in Neustadt a.d. Weinstraße war, wurde ich hellhörig, als Dr. Karl-Josef Schirra vom DLR Rheinpfalz über die Kirschessigfliege berichtete.
Laut Dr. Schirra stellt die aus Südost-Asien stammende, agressive Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) eine große Gefahr für den Obst-und Weinbau dar. Dabei werden vor allem weiche und rote Beerenfrüchte bevorzugt angegriffen und somit auch geschädigt. 2011 wurden in Südtirol an den roten Sorten Lagrein und Vernatsch erhebliche Schäden festgestellt und dokumentiert. 2009 kam sie das erste Mal in Spanien und 2010 das erste Mal in Italien vor.
verbreitet wird sie durch Verschleppung
“Innerhalb weniger Tage nach Befall können die Beeren kollabieren und der Ertrag ganzer Rebanlagen zunichte gemacht werden. Weibchen der Kirschessigfliege legen ihre Eier mit einem sägeartigen Eiablageapparat in gesunde, reifende Früchte.” (Rebschutz 2012, Dr. Schirra, DLR Rheinpfalz)
Es entstehen 15-18 Generationen pro Jahr
Anfang 2011 wurde bereits ein baldiges Eintreffen der Kirschessigfliege in Deutschland vermutet. Die schlechten Nachrichten, kamen früher als gedacht. Noch im gleichen Jahr wurden in Lindau am Bodensee und Dossenheim bei Heidelberg in Baden-Württemberg, sowie in Siebeldingen bei Landau in Rheinland-Pfalz Kirschessigfliegen gefunden. In Dossenheim und Siebeldingen wurden beide Geschlechter nachgewiesen. Die Männchen kann man an dem schwarzen Fleck der jeweiligen Flügelspitze erkennen.






überLand - 26.01.2012
Gibt’s diese Fliege auch in Österreich? Und kann man was gegen sie unternehmen?
Sebastian Holey - 26.01.2012
Die Kirschessigfliege wurde 2011 auch in Österreich gefunden. Bei konventionellen Weingütern ist die Bekämpfung mit Insektiziden generell möglich, allerdings sind mehrere Anwendungen wegen der hohen Generationsrate der Fliege nötig. Bio- oder Biodynamische Weingüter setzen keine chemisch-synthetischen Mittel im Weinbau ein. Sie müssen also mit diesem Schädling leben und evtl. befallene Trauben bzw. Beeren bei der Lese aussortieren.